My Body is a what?

Mein Körper war vor und während der Schwangerschaft ein durchgeyogter, gut erzogener Gesell. Ich konnte von Kopf bis Fuß Entspannung ein- und ausatmen und mich jederzeit durchbaummeln lassen. Je später die Schwangerschaft desto träger, müder und eigensinniger wurde dieses Gestell. Doch erst lange nach der Schwangerschaft macht sich ein völlig neues Körpergefühl bemerkbar. Keines. Ich bin mal stärker, mal schwächer. Für eine überzeugende Eigen-Körper-Recherche ist keine Zeit. Ein 8-Kilo Baby um den Bauch geschnallt, volle Einkauftstaschen in beiden Händen, ab damit in den vierten Stock; das läuft, weil es laufen muss. Der neue Körper bekommt in Sekunden Schweißausbrüche, wenn das Baby zu sehr schreit und muss ansonsten still halten. Fürs yogische Hineinhorchen ist keine Zeit. Vom Optimierungsprogramm Körper bleibt nur die Funktion übrig. Der Körper muss und soll möglichst gut funktionieren. Mit wenig bis gar keinen Schlaf, mit wenig bis sehr viel Essen, mit wenig bis keiner Erholung, vor allem mit viel Koffeein. Bei Kopfschmerzen gibt es Tabletten und die wirken auch. Zurück bleibt eine Erschöpfung, die beim tiefen Ein- und Ausatmen unter den Rippen schmerzt. Da wo früher Raum war, ist jetzt Verspannung. Alles in allem, dennoch ein wundersamer Zustand, den ich um nichts tauschen möchte. Schließlich ist es auch dieser Körper, der vom Baby gezwickt und mit offenen Mund abgespeichelt wird. Wo an den Haaren gezogen wird und plötzlich riesige Augen vor meinem Gesicht auftauchen und ein großer zahnlos lachender Mund, ein Knie in meinem weichen Bauch eingedrückt wird und sich meine Nase in einer kleinen Faust wiederfindet, die mal wieder überprüft ob die Mama da ist und wirklich 3D. Herrlich! 

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